Frollein Vogel

Schwierige Menschen haben mich in die Verzweiflung getrieben!

Was schwierige Menschen betrifft, geht es mir wohl wie den meisten Menschen. Sie haben mich in der Vergangenheit (ok, ich gebe es zu, auch heute noch manchmal) kopfschüttelnd, genervt, fassungslos oder wütend zurückgelassen.

Egal ob es der neu eingezogene Nachbar war, der sich ohne zu fragen meine Pflanzen einverleibt hat. Meine Mutter, die eine narzisstischen Tendenz hat und mich als Erfüllungsgehilfin für ihre Bedürfnisse gesehen hat, oder der Chef, auf den man permanent Lobeshymnen singen musste, ob wohl es nur wenig gab, auf das man eine Lobeshymne hätte singen können. Überall gab es Nervensägen.

Gedankenschleifen ohne Ende

Zu diesen Nervensägen gesellte sich auch noch die Tatsache, dass ich mich stundenlang über diese Menschen und ihr rotzfreches Verhalten aufregen konnte. Mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich Rechte herausgenommen haben, hat mir die Sprache verschlagen (also im übertragenen Sinn, wer mich kennt, weiß mir verschlägt nichts die Sprache).

Das Tolle am sich aufregen war, dass ich moralisch immer einwandfrei war, während die schwierige Person moralisch verkommen war. Ach ja, „Feindbilder“ können so praktisch sein: Je egoistischer sich „mein Feindbild“ verhalten hat, desto selbstloser habe ich mich gefühlt. Jackpot!

Und weil das Ignorieren von schwierigen Menschen nicht geklappt hat – sie wussten genau, wo meine Trigger waren – habe ich irgendwann begonnen, mir die Frage zu stellen, warum ich mich eigentlich so über diese Menschen aufrege?

Die Lösung für mein Problem mit schwierigen Menschen

Die Antwort auf meine Frage gibt Carl Gustav Jung. Der fand nämlich heraus, dass jeder Mensch einen Persönlichkeitsanteil hat, der von seinem Selbstbild abweicht und den man deshalb mühsam unterdrückt möchte. Du weißt schon wie einen Pezziball den man mit aller Kraft unter Wasser drücken möchte, aber egal wie viel Kraft man auch aufwendet, er drückt mit aller Kraft dagegen.

Mir wurde zum Beispiel von Kindesbeinen an eingeimpft, dass die Bedürfnisbefriedigung meiner Mitmenschen vor meinen eigenen steht. Bei Verstößen gegen diese ungeschriebene Regel habe ich nie geschimpft bekommen, aber der Blick meiner Mutter reichte aus, um mir zu signalisieren, dass ich ein charakterlich schlechter Mensch sei. Im Gegensatz zur erwachsenen Sabine hat die junge Sabine alles in sich aufgesaugt und für bare Münze genommen. Ach, ein charakterlich schlechter Mensch zu sein, wenn man seine Interessen vertritt.  

Wenn wundert es da noch, dass ich Menschen, die ihre Interessen vertreten, als schwierig erachte. Sie leben aus, was ich in mir selbst unterdrückte bzw. verurteilte.

Meine Erkenntnis: „Wann immer mich ein Mensch auf die Palme treibt, hat das hauptsächlich etwas mit mir zu tun. Das Gute an Ihnen, sie zeigen mir auf, für welche unterdrückten Anteil von mir ich zukünftig eintreten muss.“

Probiere es selbst mal aus. Stell dir einfach folgende drei Fragen:

  1. Was regt mich an dieser Person am meisten auf?
  2. Warum treibt das Verhalten dieser Person mich so auf die Palme?
  3. Kann es sein, dass im Verhalten der anderen Person ein winziger Persönlichkeitsanteil von mir steckt, denn ich verurteile oder zu unterdrücken versuche?

Mit diesen Fragen ist bei mir schon viel Spannendes ans Licht gekommen.

Das Verhalten von schwierigen Menschen tat mir weh, weil es einen wunden Punkt in mir selbst berührte. Aber genau darin liegt eine große Chance, denn anstelle, dass ich die schwierige Person verurteile, stelle ich mir heute lieber die Frage:

  1. Wie schafft dieser Mensch es, seine Interessen so effizient durchzusetzen?
  2. Was davon kann ich mir abschauen?
  3. Was will ich mir von dieser Person auf keinen Fall abschauen, weil ich es als nicht richtig empfinde?
  4. Wie kann ich dieser Person selbstbewusst Grenzen setzen?

Haben mich schwierige Menschen in der Vergangenheit oft das Gefühl gegeben, dass ich mich ihnen unterwerfen muss oder einen aussichtslosen „Krieg“ gegen sie führen muss, konzentriere ich mich heute auf das, was ich beeinflussen kann: mein eigenes Denken und Verhalten. Denn sobald ich mich anders verhalte, verändere ich das Verhalten meines Gegenübers.

Ich lade dich ein, jede Begegnung mit einem schwierigen Menschen künftig als eine Möglichkeit für dein persönliches Wachstum zu.

Ich helfe dir dabei:

  1. Deine Selbstreflexion anzustoßen und einen neuen Blickwinkel einzunehmen
  2. Zu erkennen, mit welcher schwierigen Person du es zu tun hast (zum Beispiel: einen Narzissten, einem Machtmenschen oder einem Trotzkopf usw.)
  3. Dein Verhalten und deine Kommunikation gegenüber einer schwierigen Person so zu verändern, dass dein Umgang in Zukunft spielerischer sein wird.

Ich mache dich fit. Schreib mir einfach, welches Problem du mit einer schwierigen Person hast.

mail@frolleinvogel.de

Viele liebe Grüße,

Sabine